Lebakas

Witzig, aber wahr. Im schönen Lande Österreich wird der „Teuro“ gerne mit einem „Leberkässemmelgleichnis“ erklärt. Leberkässemmeln gab es vor der Währungsumstellung teilweise noch für 10 Schilling. Jetzt gibt es nicht einmal mehr welche für € 1,-

Dieses wird von offiziellen Stellen gerne mit Verweis auf die Inflation seit der Euroumstellung begründet. Grund für mich, einmal nachzurechnen:

10 : 13,7601 = 0,726738905

10 Schilling zum Zeitpunkt der Umstellung entsprachen also 0,73 Euro. Gut; die 10 Schilling Semmeln gab es, aber die waren zugegebener Maßen EXTREM dünn. Nehmen wir also einmal einen relativ vernünftigen Preis von 12 Schilling an. Ist noch immer dünn, aber sicher im halbwegs erträglichen Rahmen.

12 : 13,7601 = 0,872

12 Schilling damals entsprachen somit rund 90 Cent. Also auf zur Homepage der Statistik Austria; Inflationsrate rausgesucht und in den Taschenrechner damit:

Euro Einführung: 1.1.2002

Quelle: Statistik Austria, Stand März 2009

(Grundlage: Veränderung des VPI)

2002: 0,9 * 1,018 = 0,9162

2003: 0,9162 * 1,013 = 0,9281106

2004: 0,9281106 * 1,021 = 0,947600923

2005: 0,947600923 * 1023 = 0,969395744

2006: 0,969395744 * 1015 = 0,98393668

2007: 0,98393668 * 1022 = 1,00558329

2008: 1,00558329 * 1032 = 1,04791617

2009: 1,04791617 * 1006 = 1,05420367

Wenn jetzt eine Leberkässemmel irgendwo€ 1,20 kostet, ist da ganz offensichtlich 9% Beschiss dabei, wenn die Qualität nicht entschieden verbessert wurde, was mir subjektiv nicht wirklich so vorkommt. Bin schon gespannt, wie sich der Preis weiterentwickeln wird mit der prognostizierten Deflation 2010.

Update: Letztens habe ich doch tatsächlich eine „anständige“ Leberkässemmel beim kleinen SPAR an der Ecke zum Heiligengeistplatz (also nicht bei dem größeren AM Platz) in Klagenfurt um € 1,- bekommen! Vergleichen zahlt sich also anscheinend auch bei Leberkässemmeln EXTREM aus. Hatte nicht gedacht, dass es da solche Unterscheide gibt. Lesenswerter Artikelzur Situation in Niederösterreich dazu.

Anscheinend sind „die Kleinen“ da wirklich nicht nur mit Sicherheit qualitativ vorne mit dabei, sondern auch Preislich. Deshalb (und sowieso): Unterstützt die lokalen Nahversorger! Bei den momentanen Zuständen weltweit, werden wir sie bald wieder dringendst brauchen; da bin ich mir sicher.

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